Brand und Name in Social Media selbst kontrollieren

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Es gibt Firmen die Social Media Monitoring Software anbieten und Agenturen, welche das gesamte Monitoring für einen übernehmen. Aber das muss man nicht bezahlen, denn es gibt kostenlose Möglichkeiten immer Bescheid zu wissen, was in Social Media Portalen über einen gesprochen wird. Egal, ob man Brand oder Namen überwachen möchte – alles ist mit einfachsten Mitteln möglich, im Web 2.0. Ich zeige ausgefeilte Social Media Suchmaschinen und einen kostenlosen Benachrichtigungs-Service, die das selbstständige Überwachen zur Nebensache machen.

Brand und Name in Social Media selbst kontrollieren

Als Firma sollte man immer wissen, was die Öffentlichkeit über einen denkt und laut ausspricht. Die Öffentlichkeit spielt sich zu beachtlichen Teilen im Internet ab. Hier hat jeder eine Stimme: jeder zufriedene und jeder unzufriedene Kunde, sowie die Konkurrenz ebenso. Wenn man hier nicht Bescheid weiß, tritt die web 2.0 crowd eine Lawine los, die es irgendwann auch in die offline Medien schafft und einen erst recht überrollt. Naja, manchmal gibt es auch gefaketen Ärger von SMO-Firmen selbst, die Ihre Dienste auf diese Weise schmackhaft machen wollen.

In meinen Tipps, wie Social Media Optimization nicht funktioniert steht bereits dick und fett, dass alle Social Media Aktivitäten kontrolliert werden müssen. Wir passen ja auch auf, was in den Zeitungen über uns steht. Nun zeige ich wirklich einfache Methoden um selbst zu kontrollieren (und zwar kostenlos), was über den eigenen Namen oder die Brand (Marke) getwittert und geblogged wird.

Vorbereitung: (Brand) Namen sichern

Zuerst einmal sollte man sich die Zeit nehmen und seinen Brandnamen und den Eigennamen in vielen wichtigen Social Media Plattformen zu sichern. Ich weiß, dass laufend neue Portale ihre Web 2.0 designeten Pforten öffnen und andere dafür wieder schließen, aber so ist das heute nunmal. Deshalb schießen ja auch die Social Media Agenturen aus dem Boden wie verrückt und greifen immer mehr verängstigte Kunden ab.

Registriert man den eigenen Namen nicht selbst, tut das absichtlich oder aus Versehen jemand anderer und dann kann es zu Problemen kommen. Anders als bei Domainnamen kann man Social Media Accounts selbst mit Druck von der Rechtsabteilung (Markenrecht) nur äußerst schlecht einfordern oder sperren lassen.

Welche web 2.0 Portale (Social Media Dienste) sind wichtig?

Alle. Sorry, genau genommen sind alle bereits stark Vertretenen sehr wichtig aber auch die frisch Gestarteten. Man kann nicht immer voraussehen, was ein Hype wird und was immer nur zweite Geige spielt. Also lieber omnipräsent sein und den Namen in allen web 2.0 Diensten sichern.

Verfügbarkeit des Brands / Namens prüfen

Es gibt kostenlose Services, die in einer Vielzahl bekannter und unbekannter Social Media Networks Abfragen machen können, ob ein bestimmter Nutzername noch verfügbar ist. Hier sollte man beginnen und am besten in allen Maschinen die Abfragen vornehmen. Eine alleine reicht nicht aus, weil sie nicht immer gleich Verbindungen zu den SM-Portalen aufbauen können und daher eventuell Fehler zurückgeben.

User Name Suchmaschinen

Wenn man weiß wo man sich anmelden kann, dann startet man am besten der Reihe nach und fügt jede erfolgreiche Anmeldung in eine Excelliste ein. Richten Sie sich für die Anmeldungen mindestens einen neuen e-Mail Account ein. So lässt sich die Haupt-eMail Adresse vor spam schützen.

Bei der Registrierung der Namen sollten Sie auch gleich Varianten registrieren. Unter- und Mittelstriche, wenn möglich Groß und Kleinschreibung, sowie Tippfehler. Verwechslungen mit Fremdaccounts sind so für Freunde und die Kunden Ihrer Firma von vornherein ausgeschlossen.

Reputation Management

Jetzt kommen wir zum controlling part, in dem es um das Monitoring geht. Nachdem wir unsere Namen so weit gesichert haben, dass sie niemand missbrauchen kann, hören wir mal was das Volk sagt.

Quellen für Automatische Benachrichtigung

Wenn jemand im Web 2.0 etwas über uns erzählt, ein Video hochlädt oder ein Lied zum Download anbietet, bekommen wir das in Zukunft mit. Warum? Weil wir uns automatisch benachrichten lassen. Und zwar von der Suchkönigin selbst, nämlich der Suchmaschine Google.

Google betreibt einen Benachrichtigungs Dienst namens Google Alerts. Findet der Googlebot irgendwo im Web einen Begriff, den man zuvor für die Alerts Funktion hinterlegt hat, sendet er einem den Link zum Fund per e-Mail zu. Ende 2008 wurde der Service sogar mit einem RSS Feed ausgestattet. Und den machen wir uns zunutze.

Eine weitere Suchmaschine, nämlich Social Mention, gibt die Suchergebnisse als RSS aus.

Social Mention durchsucht viele Social Media Plätze und eignet sich daher als zusätzliche Ergebnisquelle vortrefflich für unser Monitoring Vorhaben. Auch ohne dieses solltest Du dort einmal vorbeikucken und die vielen Bonus Features ausprobieren. Für den deutschen Markt wird sie gerade ausgebaut und dient und schon jetzt als Controllinghilfe.

Doch zuvor noch eine dritte und besonders wichtige Quelle für Topnews zu unserem Brand, unserem Produkt oder unserem Namen. User Generated Content verbreitet sich zur Zeit extrem schnell über Twitter. Selbst wenn die News dort nicht in 140 Zeichen passen, so verlinkt man die langen Versionen doch wenigstens im Microblogging Service Nummer 1.

Twitter hat eine Suchfunktion, deren minütlich aktualisierte Ergebnisse sich ebenfalls mittels eines RSS Feeds exportieren und weiterverarbeiten lassen. Und hier kommen wir zum spannenden Teil.

RSS Feed Alerts

Wir legen bei Google Alerts die Alerts an, die uns interessieren. Zum Beispiel Hauptprodukt, Brandname und den Namen unseres Firmengründers. Die Ausgabeversion bestimmen wir nicht als e-Mail sondern als RSS Feed.

Bei SocialMention und TwitterSearch geben wir ebenfalls unsere Begriffe ein und halten die Ergebnisseiten offen. Nun brauchen wir ein tool, das all unsere erstellten Feeds sammelt und gebündelt ausgibt, möglichst zeitnah.

Alerts bündeln und Notifier einrichten

Ein kostenloses tool, das RSS Feeds ausliest und an uns weitergibt wäre zum Beispiel Snackr. Snackr macht aus unseren RSS Feeds einen Newsticker für Windows oder MacOS. Wir haben so immer im Blick, was an den einzelnen Quellen zu den Begriffen die wir abfragen möchten aufschlägt. So sind wir immer informiert und haben neben der Arbeit alles im Blickfeld. Und das ist für uns völlig kostenlos.

Sobald unser persönlicher Social Media Monitor aufgesetzt ist, haben wir damit auch keine Arbeit mehr, denn er läuft selbstständig. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Monitoring außer Haus ist, dass man selbst entscheidet wo eine Reaktion nötig ist und was aufgeschoben werden kann. So beachtet man immer 100%ig die Firmenrichtlinien und bezahlt Fremdunternehmen nicht für unnötige oder sogar schlechte Arbeit.

Ich bin sicher, das Setup ist nicht allzuschwer aufzusetzen und extrem hilfreich bei der Social Media Optimierung. Danke für’s Lesen und viel Erfolg!

SMO controlling Linktipps:

Twitter vs Google Suche

Social Media Multi Search WhosTalkin

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+Benjamin Wingerter ist Inhouse-SEO und Affiliate seit 2008. Er hat zwei Steckenpferde: Conversion Rate Optimierung und Suchmaschinenoptimierung. Seit 2011 spricht er auf Fachkonferenzen, wie der SEO Campixx.

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