Expired Domain Snapper

 1245 Mal gelesen

Expired Domains (= Verfallene Internetadressen) werden nicht gleich gelöscht und besitzen oft noch brauchbare Backlinks, einen ansehnlichen PageRank, Traffic und eventuell auch gute Positionen auf den Ergebnisseiten in Suchmaschinen. Wenn man eine Domain finden könnte, die abgelaufen ist aber all diese Eigenschaften noch inne hat, wäre das hervorragend. Passend zu den Keys (= Schlüsselbegriffe) der eigenen Projekte ist sie als Website für Linktausch und als Satellit ein starker Part im eigenen Netzwerk.
Es gibt Programme und Onlinedienste mit denen man an solche Perlen herankommt. Hier möchte ich die wichtigsten

Online Domain Snapper

vorstellen. Expired Domains werden dort versteigert oder zum Sofortkauf angeboten, bevor es zum Drop kommt und sie ihren altersbedingten Wert für Webmaster und SEOs verlieren und für alle Leute zur Registrierung frei werden.

Was es bringt, eine Abgelaufene Domain zu ergattern haben der SEOnaut und der Böse SEO vor etwas längerer Zeit erklärt. Für mich sind sie als Satelliten Seiten für Linkaufbau und Linktausch interessant.

Zonespy: Kostenlos

update 13. April 2009

Der Online Domain Snapper Zonespy ist nicht mehr kostenlos, wurde aber stark verbessert. Für schon gelöschte Domains ist er trotzdem noch eine der ersten Adressen und auch nach der monetarisierung günstige Anlaufstelle.

Der Snapservice ist deutschsprachig und aktualisiert fast minütlich. Neben der Echtzeitsuche gibt es auch ein Archiv, mit den Deleted Domains der letzten 30 Tage. Das Preissystem bietet eine Basismitgliedschaft ab 8,75 Euro im Monat. Die Echtzeitregistrierung der abgelaufenen Domains kostet maximal 7,- € im Jahr.

Zonespy bot auch einen Ticker an, der in einem kleinen Browserfenster im Hintergrund laufen konnte. Auf Wunsch informierte das domain watch tool mit einem Audiosignal über auslaufende Domains die den selbst eingestellten Suchkriterien entsprechen.

Die Suchkriterien standen bei mir auf

  • Wortfilter: keiner
  • Backlinks: mindestens 50
  • PageRank: größer als 2
  • indexierte Seiten: egal
  • Längenfilter: 3 bis 63 Buchstaben
  • Zahlen und Sonderzeichen erlaubt

Inzwischen kann man sich eine e-Mail Benachrichtigung einrichten und bald auch eine per SMS. Fünf bis 25 verschiedene Suchaufträge sind gleichzeitig möglich.

Angezeigt werden der validierte Google PR, Backlinks und Seitenzahl im Index, sowie das Löschdatum. Trotzdem sollte man in jedem Fall selbst prüfen! In der Professional Membership werden die Daten detailierter aufgesplittet und lassen so eine bessere erste Einschätzung zu. Social Bookmark und DMOZ Einträge sowie Links aus Blogs gehören zum Beispiel dazu.

Früher wurde über den “Schnell registrieren!” Link am rechten Rand die Domain in sehr kurzer Zeit für einen  bei United Domains registriert. Wo jetzt registriert wird, weiß ich nicht, aber ein Account dort ist vielleicht noch immer von Vorteil. Ebenfalls sollte man einen Account bei sedo.de haben, um im Notfall dort schnell bieten zu können. Noch vor Wochen zahlte man erst ab diesem Schritt für den Domain Grabber Dienst von Zonespy. Jetzt ist schon der Check kostenpflichtig. Am meisten fehlt mir der kindliche Botschutz. :)

Domport: Unbrauchbar

Leider bin ich bei  meiner Suche nach kostenlosen Online Domainsnappern auf Domport.de hereingefallen. Nachdem man für den angeblich kostenlosen Service (Erst die Registrierung einer gefundenen Domain zahlt man ca. 5,- Euro) seine ganzen Daten angegeben hat, muss man zweimal bestätigen dass man echt ist. Das Bankkonto wird geprüft, dann wird eine e-Mail mit Bestätigungs-Link zugeschickt und DANACH auch noch ein Aktivierungs-Code aufs Handy geschickt. Erst danach kann man den gut aussehenden Live-Monitor nutzen. Dieser zeigt sogar den PageRank an.

Aktionszeitraum nur 15 Sekunden

Leider ist der Dienst total unbrauchbar, denn der LiveMonitor ist eine Flash-Liste die sich selbst alle 15 Sekunden aktualisiert. Von den angezeigten Domains sind nur die obersten drei für 15 Sekunden mit Domainnamen sichtbar und kaufbar. Das heißt, man sieht nur eine viertel Minute lang wie die Domain heißt und muss sich in dieser Zeit für oder gegen den Kauf entscheiden.

Daten falsch und damit unbrauchbar

Domport kann sicher nichts dafür, aber prüft man die angezeigten Domains die angeblich PR 3 haben, so sind diese weder belegt, noch haben sie einen PageRank oder gar ein paar übrige Backlinks. So sind die Daten im Monitor also selbst für reiche Schnellentschlossene allermeistens nicht zu gebrauchen, außer es geht einem wirklich nur um den Domainnamen an sich.

Davon abgesehen sind die Domport Betreiber im bekannten Gulli-Forum als nicht ganz ehrenhafte Unternehmer bekannt und geben sich zum Teil auch “ohne Lizenz als Anwalt aus” (O-Ton Forum, nicht von mir geprüft).

Eine Abmeldung vom Service und eine Löschung der Daten ist ohne e-Mail an die Verwaltung nicht möglich. Nutzt jemand deren Service?

Pool.com: Teuer aber Top

Pool ist laut vielen Blogs der erfolgreichste Helfer bei der Suche nach passenden Expired Domains. Und einer der teuersten ebenfalls. Qualität hat ihren Preis und wer schon bei ebay ein Problem hat, nach Überschreitung seines Höchstgebotes wirklich von der Tastatur zurückzuweichen, der sollte an dieser Stelle gar nicht weiterlesen. Pool.com treibt Käufer nämlich zu wortwörtlichen Zweikämpfen um eine Domain an, wobei der Preis gut und gerne ums Doppelte ansteigen kann. Bei normalen öffentlichen Auktionen zahlt man den Verkaufspreis in Höhe des erfolgreichen Gebots an den Verkäufer.

Das Abgeben von Geboten und die Backorder Suche kosten nichts. Erst wenn die gewünschte Domain wirklich für einen registriert wird, zahlt man 60 US-Dollar an Pool.com. Sind noch andere Bewerber für die Domain da geht es in eine Auktion.

Zwei-Phasen-Kauf

Man lässt sich von Pool bequem per e-Mail informieren, wenn eine Domain den vorher hinterlegten Suchkriterien entspricht. Pool sagt in der e-Mail, dass die Domain für einen registriert werden kann. Hurra hurra, das ist wirklich ein Prachtstück und so günstig mit nur 60 USD! Wow, war das einfach.

Oh, Pool sagt aber noch mehr.
Momentmal, da gibt es noch andere Backorder Bewerber.  Damit man die Domain wirklich bekommt muss man gegen diese in der zweiten Phase des Kaufs gewinnen. Die Chance dazu hat man in einer dreitätigen Auktion. Startpreis sind hier USD 60,- immer vom vorigen Höchstbieter bei der Backorder automatisch abgegeben.

Beim Biet-Showdown sind nur die höchstbieter zugelassen. Für andere ist die Auktion unsichtbar. Das Auktionsende wird um weitere fünf Minuten verlängert, wenn ein neues Gebot innerhalb der letzten fünf Minuten abgegeben wurde. Wurde eine Auktion bereits um 15 Minuten verlängert und fällt das nächste Gebot in die letzten zwei Minuten, verzögert sich das Ende um diesmal zwei Minuten. Also für ordentliche Batterien im Funkwetter sorgen und mal eine Stunde zusätzlich einplanen.

Der Preis geht dabei hübsch in die Höhe und aus den 60 Dollar werden $ 200.

Schön an Pool ist, dass man die ablaufenden Domains des Tages als txt-Datei herunterladen kann. Entfernt man automatisch die Angaben zu Deleting Date und Verkaufsart, lassen sich die eigenen Domainchecker damit füttern und ein Qualitätsranking erstellen.

nameJet: keine .de TLDs

NameJet ist der Nachfolger von ClubDrop, einem erfolgreichen Online Domain Snapper Backorder System. Es ist noch ein bisschen komplizierter als der Auktions-Service von Pool, aber ebenfalls sehr nützlich.

Bei NameJet lassen sich Backorder Gebote nicht auf .de Domains abgeben. Verwaltet werden .COM, .NET, .ORG, .BIZ, .INFO, .TV und .MOBI Toplevel Domains. Mitbieten kann man ab 29,- Dollar und gerade sehe ich, dass jurist.net für heute zum Kauf angeboten wird und zwar gerade für USD 70. Klingt gut. Bin gleich zurück.. ;)

So, wieder hier. NameJet kostet solange nichts, bis man eine Domain erfolgreich backordert oder eine Auktion gewinnt. Das Backorder-Gebot ist verbindlich, wenn sonst niemand bietet. Ist aber doch noch jemand mit im Busch, startet eine Auktion, die so ähnlich abläuft wie bei pool.com. Fünf Minuten vor Ablauf der Auktion sollte kein Gebot mehr abgegeben werden, da sich die Zeit sonst um weitere fünf verlängert. Geboten wird in Zehndollarschritten, bis die tausend Dollar erreicht sind. Ab dann geht es in Hunderterschritten weiter gen Nervenzusammenbruch. Gefährlich hierbei ist, dass nichtverifizierte NameJet-Nutzer bis zu 2.500 US-Dollar mitgehen dürfen. Von ebay kennt man ja die Fakebieter, die dann vom Kauf zurücktreten, damit der Verkäufer den zweithöchsten anschreibt ob er die Ware zu seinem letzten Gebot möchte. Naja, und wenn man schon viermal erhöht hat, mit einem Fakebieter, dann ist man mit seinem letzten Gebot schon weit über dem ursprünglich angestrebten Kaufpreis.

Mit dem Proxy Bidding System gibt man einfach ein Höchstgebot ein und das System erhöht bis dieses erreicht ist einfach immer um zehn beziehungsweise hundert Dollar, wenn man von jemand anderem überboten wird.

Um auf mehr als 10 Domains gleichzeitig bieten zu können, muss man sich als existente Person verifizieren. Das geschieht ausschließlich per Fax-Kopie des Lichtbildausweises dessen Angaben mit der hinterlegten Kreditkarte übereinstimmen müssen.

Godaddy Backorder: Selten Erfolge

Einer der führenden amerikanischen Registrare ist Godaddy. Wer angemeldetes Mitglied ist kann ein sogenanntes Backorder Gebot auf eine Domain abgeben. Läuft diese aus, versucht Godaddy die Domain zu registrieren, bevor sie wieder genutzt wird. Die Chancen sind äußerst gering, aber der Aufwand ebenfalls. Für unwichtige Projekte zu empfehlen. Nebenbei bietet Godaddy ebenfalls Expired Domains in Auktionen an. Die Domainnamen sind oft richtig gut (myhomebudget.com, hot-bet.com, islamsites.net, defeatcancer.com), aber lebendige Projekte mit Traffic und Backlinks findet man dort nicht.

snapnames: Bekannt & Verschrien

Der Domain Snapservice von snapnames.com steht unter einem schlechten Stern, seit bekannt wurde dass er mit Network Solutions kooperiert, einem Registrar, der manchmal mehr eigennützig handelt, als ein Dienstleister zu sein.

Vorteil von snapnames.com ist der Fakt, dass man erst etwas bezahlen muss, wenn man eine Domain wirklich gekauft oder ersteigert hat. Vorher fallen keine Gebühren an.

Wenn man sich entschieden hat dort nach geeigneten Expired Domains zu fischen, sollte man sich frühzeitig einen Account zulegen. Denn man kann sich erst drei Tage nach der Installation der Auktionssoftware auf dem PC an Auktionen beteiligen.

Die Disclaimer, Rules und Terms and Conditions sind so umfangreich, dass ich noch nicht gefunden habe, was zum Domainpreis zusätzlich an snapnames gezahlt werden muss, wenn man den Zuschlag für eine Adresse bekommt. Vor einigen Monaten als ich mich zum ersten Mal mit diesem Domain Snapper befasste, waren es glaube ich 50 US-Dollar Gebühr. Aber das kann ich jetzt nicht mehr garantieren, denn inzwischen habe ich noch viele andere AGBs gelesen.

Es gibt echt sehr viele Expired Domain Snapper Backorder Dienste, und manche hängen mit anderen zusammen, wieder andere sind Tochterunternehmen von einzelnen Registraren und sehr viele haben Nutzerbestimmungen die mir zu komplex waren um sie ganz zu lesen. Ein großer Haufen verlangt außerdem eine Jahresgebühr, ganz gleich ob man nach abgelaufenen Domains sucht oder nicht. Lest immer brav die AGBs und wenn Ihr etwas wisst, das Ihr anderen mitteilen wollt (mir zum Beispiel ;)), dann schreibt einfach einen Kommentar. Ich bin dankbar für jeden Tipp und jede Meinung.

SpyDom – Kleine Gewinne

Selbst kannte ich die Seite nicht, aber das Wissensdefizit hat Seodeluxe zum Glück durch seinen Kommentar ausgeglichen. Die Seite von SpyDom.de listet öffentlich gelöschte Domains auf und gibt einigermaßen zuverlässig Auskunft über Google-PR, Anzahl der Yahoo Backlinks, Domainalter und indexierte Seiten. Man sollte selbst prüfen ob die Angaben stimmen, aber einen wirklich brauchbaren Richtwert bietet die Zusammenfassung tatsächlich. Zusätzlich werden date und time of deleting (= Löschzeitpunkt) angegeben.


Über einen Ref-Link kann man die gewünschten Domains sofort bei united-domains.de registrieren lassen. Da der Service kostenlos ist, wird er sich wohl über diese Ref-Links finanzieren. Normalerweise sind die Domains alle mit einem PR 1 und durchschnittlich 10 Backlinks ausgestattet, aber wenn man regelmäßig vorbeischaut findet man früher oder später auch eine PR 3 Seite mit keywords im Domainnamen. Für SpyDom gilt: Wer nichts erwartet bekommt wirklich was geboten. Der Dienst ist schließlich kein Expiring Domains Service sondern listet gelöschte Domains öffentlich und kostenlos.

Gleich teilen:

  • Twitter
  • Google Plus
  • Facebook
  • LinkedIn
  • Email
  • RSS


+Benjamin Wingerter ist Inhouse-SEO und Affiliate seit 2008. Er hat zwei Steckenpferde: Conversion Rate Optimierung und Suchmaschinenoptimierung. 2011 und 2014 sprach er auf der Fachkonferenz SEO Campixx.

Advertisement

EmailEmail