Expired Domains finden mit Xenu’s Link Sleuth

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Servus Webworker! Heute möchte ich Euch zeigen, wie man ohne teure Tools Expired Domains finden kann. Meine Methode hat zwei große Vorteile: Jeder kann die Anleitung auch zuhause umsetzen und obendrein findet Ihr Expired Domains in Quellen, die noch niemand kennt! Alles was Ihr braucht, ist Xenu’s Link Sleuth und 10 Minuten Zeit.

Bevor es los geht, noch ein kleiner Hinweis: Registriert keine Domains, die eventuell eine Marke im Domainnamen beinhalten! Ihr könnt sonst abgemahnt werden. Achja, und eigentlich zeige ich Euch hier nicht wirklich, wie man Expired Domains findet, sondern wie man Deleted Domains findet. Das sind die Internetadressen, die schon über die Redemption Period hinaus sind. Wer mehr über Tod und Leben von Domains wissen möchte, dem empfehle ich meinen Artikel über die Lebenszyklen von Domains von der Registrierung bis zum Drop.

Vorbereitung: Eine Quelle für Deleted Domains suchen

Wie gesagt, zeige ich Euch einen Weg, um an abgelaufene Domains zu gelangen, die andere nicht finden können, weil sie an den falschen Stellen gesucht haben. Als Startpunkt für Eure halbautomatische Domainsuche braucht Ihr einen alten Webkatalog. Toll ist es, wenn er einige hundert Seiten aufgenommen hat und seit Monaten nicht mehr gepflegt wird. Dann ist die Chance nämlich groß, dass einige der verlinkten Domains nicht mehr registriert, also wieder frei sind und von Euch erneut registriert werden können. Zudem könnt Ihr in Webkatalogen auch konkret die Verzeichnisse durchforsten, die Eurem persönlichen Wunsch entsprechen. Alternative zu Webkatalogen sind Linklisten, Top-Listen, “Webempfehlungen”-Unterseiten von älteren Webseiten, Gästebücher, Foren, Vereinsregister und all solche Linksammlungen.

Typische Linkliste einer Webseite

seed page (klick)

Haben wir so eine Seed Page gefunden, lassen wir sie vollautomatisch von Xenu’s Link Sleuth crawlen. Das ist kein Expired Domain Snapper, sondern ein Tool zum Aufspüren von Broken Links. Ihr könnt ihn hier herunterladen: LINK (ca 500kb, Windows). Eine kurze Erklärung zum Tool könnt Ihr in deutscher Sprache hier bei Wowa Webdesign lesen. Wie der Programmierer Tilman auf der Download Seite schreibt, ist es ratsam, einen aktuellen Virenscanner installiert zu haben, während man mit dem Link Sleuth das Web spidered. Ihr stoß vielleicht auf Webseiten, die Schadcode (Malware, Trojaner,..) auf Eurem Rechner installieren wollen. Stellt also vielleicht Eure Heuristik für den Zeitraum des Crawlens auf hoch.

Links zu gelöschten Domains prüfen

Packt also den URL der Seedpage in Euren Xenu’s Link Sleuth und konfiguriert gegebenenfalls das Crawlverhalten. Ihr könntet z.B. bestimmte Verzeichnisse ausschließen. Das lohnt sich dann, wenn der Webkatalog mit einem Blog und einem umfangreichen Glossar gekoppelt ist. Das müsst Ihr ja nicht unbedingt alles durchsuchen. Kostet ja unnötig Zeit.

Ergebnisliste des Linkchecks mit Xenu's Link Sleuth

Linkcheckergebnis (klick)

Wenn der Check durchgelaufen ist, bekommt Ihr eine elendlange Liste mit zig verschiedenen Stati der einzelnen Pfade, die das Tool verfolgt hat. Uns interessieren für das Finden von gelöschten Domains nur die Einträge mit der Bezeichnung “no such host“, was zu Deutsch heißt, dass die Ressource nicht antwortet, also kein Nameserver den Domainnamen auflösen kann. In meinem Beispiel Screenshot sind das jetzt nicht so die super Keyword Domains, aber für einen schnellen Check zwischendurch immerhin ein paar Funde, die man anschauen kann. Vielleicht ist auch an dieser Stelle schon etwas dabei, das Ihr sofort prüfen wollt. Dann fragt die Domain einfach schnell per Hand bei einem Webhoster ab, bevor Ihr mit dem nächsten Schritt, dem Säubern der gefundenen Adressen fortfahrt.

URLs säubern (zum root trimmen)

Säubern der Domains

URLs säubern (klick)

Jetzt bereiten wir die letzte Phase vor der Registrierung unserer neuen “Expired Domains” vor. Dazu säubern wir mit Suchen&Ersetzen die URLs der gefundenen, anscheinend nicht mehr registrierten Domains. Alles vor dem second level und nach der tld kann weg (Begriffserklärung). Wer die Scrapebox hat, der kann das auch ganz einfach mit der URL Harvester Funktion “trim to root” machen. Aber auch die Suchen&Ersetzen-Funktion vom Texteditor oder von Excel oder Calc eignen sich. Geht die Liste anschließend nochmal schnell manuell durch und prüft kurz, ob wirklich nur noch die Hosts übrig geblieben sind. Denkt an https und außergewöhnliche Subdomains (abgesehen von www.).

Verfügbarkeit der gesammelten Domains prüfen

Domainverfügbarkeit bei Webhoster prüfen

Domainverfügbarkeit (klick)

So, nun prüfen wir, ob die gelöschen Domains wirklich nicht registriert sind. Ihr könnt das schnell erledigen, indem Ihr bei einem Webhoster die Liste der Domains abfragt. Wichtig hierfür ist, dass der Webhoster die entsprechenden Topleveldomains (Domainendungen) kennt und auf ihre Stati testen darf. Außerdem solltet Ihr nur zu bekannten Services gehen. Es gibt leider einige Dienste, die nicht einfach prüfen, ob Eure Domain frei ist. Es kommt leider ab und zu vor, dass im Hintergrund ein Script aufgerufen wird, dass bei freien Domains prüft, ob im Domainnamen ein lukratives Keyword enthalten ist. Ist dies der Fall und ein im Domainnamen enthaltener Begriff hat laut Google geschätztes Suchvolumen, registrieren die “Dienstleister” die Domain automatisch und teilen dem Nutzer, also Euch, mit, dass die Domain zwar schon vergeben ist, aber völlig unkompliziert für eine kleine Summe gekauft werden kann. Ich nutze am liebsten INWX.de, weil die einen geilen Multi-Domain-Check haben und vertrauenswürdig sind. Außerdem sind die Preise für .de-Domains dort richtig gut. ;) Welche Domainendungen es überhaupt gibt, könnt Ihr in meiner Megaliste der TLDs nachlesen. Kanntet Ihr alle?

Expireds registrieren oder weiter Fakten sammeln

Damit wären wir auch schon am Ende meiner Anleitung zum Finden von Expired Domains ohne kostenpflichtige Hilfsmittel oder teure amerikanische Domaingrabber. Die Liste der freien Domains könnt Ihr nun einfach registrieren oder aber erst einmal weiter nach Vorzügen analysieren und filtern. Entweder Ihr lasst die Domains nun von Sistrix oder SEOlytics überprüfen, um PageRank, Sichtbarkeit und vielleicht noch vorhandene Rankings herauszubekommen. Oder Ihr schaut mal, was der Google Cache dazu noch hat. Je nachdem, wie lange der Löschvorgang her ist, werdet Ihr außer ein paar Backlinks wohl nichts mehr finden. Aber (ab)fragen kostet ja nichts. ;)

Aus meinem Beispiel veröffentliche ich die Ergebnisse der Recherche bei Google docs, angereichert mit ein paar SEO-Kennzahlen: LINK. Damit erst einmal einen schönen Tag. Ich hoffe, Ihr habt viel Spaß beim Suchen und Grabben und lasst mir noch ein paar Gelöschte Domains mit guten Backlinks übrig. ;)

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+Benjamin Wingerter ist Inhouse-SEO und Affiliate seit 2008. Er hat zwei Steckenpferde: Conversion Rate Optimierung und Suchmaschinenoptimierung. Seit 2011 spricht er auf Fachkonferenzen, wie der SEO Campixx.

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