Servus Google PageRank

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Achtung die Gerüchteküche brooglet. Wenn ich gleich sagen werde, dass der Google PageRank zum Jahresende eingestellt wird, ist das keine hieb- und stichfeste Tatsache aus offiziellen Mündern. Aber so ist es wohl. Der PageRank Balken wird wahrscheinlich auf ewig ergrauen. Ein Grauen? Nein, cool!

PageRank von Google vor dem Aus

Lange gab es kein Google PageRank Update mehr. Vor Kurzem wurde er in den Google Webmaster Tools überhaupt gar nicht mehr angezeigt. Der Page Rank war einfach weg. Ein Freund von Rand Fishkin,  David Naylor meint, es ist endlich so weit: Google wird den PageRank Balken nicht mehr aktualisieren. Kann man sich das vorstellen? Ein Web ohne PageRank? SEO ohne PageRank? Ab dann gilt PR wohl wieder nur noch als Abkürzung für Public Relations oder Presse.

Da der Google Ranking Algorithmus auf der Anzahl eingehender Links beruht und zwar zu einem beträchtlichen Teil, wird der PageRank intern weiterhin von Bedeutung sein. Die Abstufung für unseren Statusbalken im Browser ist in gerade mal 10 Ziffernstellen und den unranked Status unterteilt. Intern wird es schon jetzt eine wesentlich feinere Skala geben.

Wem schadet die Abschaffung?

Ich komme weiter unten zu richtig tollen Vorteilen für das ganze WWW, weshalb ich es begrüßen würde, wenn die Gerüchte über die Page Rank Abschaffung wahr würden. Aber es wird auch Verlierer bei dieser Änderung geben und zwar g’scheid, wie wir in Bayern sagen.

  • Linkkaufbörsen und Linkverkäufer
  • „Pagerankanzeige für Deine Homepage“ Dienste
  • Hobby SEOs, Webmaster und Domainer
  • PageRank Validatoren

Hobby SEOs, Webmaster und Domainer ohne Erfahrung

Jeder der beim Linkaufbau oder Linkein- und Verkauf vorwiegend auf die grüne Leiste schielt, wird erst einmal völlig hilflos dastehen. Wie bewertet man eine Webseite qualitativ ohne PageRank?

Sind Dir auch schon private Blogs aufgefallen, die mit SEO so wenig am Black Hat haben, wie Affiliates mit Printwerbung aber eigenartig anmutende Links in einer zweiten Blogroll namens „Besondere Partner“ auflisten? Die verkaufen Links. bejahender Smiley Aber warum? Woher wissen diese normalen Blogger, denen es nur um positives Leserfeedback, Reputation oder banal gesagt Selbstdarstellung geht, um den PageRank und von dieser Monetarisierungsform?

In der seofreien Blogosphäre wird fleißig untereinander verlinkt, die Blogrolls fassen manchmal 30 Einträge. Auch durch ständige Bloggeschenke, Blogketten und solche Aktionen kommen frische Verweise von neuen Seiten hinzu und der Linkjuice ist kräftig am fließen. So der ein oder andere 4er PR zustande.

Vermutlich wird solch unberührtes Land von gierigen Suchmaschinenoptimierern mit Mailanfragen bezüglich Linkplätzen entweiht. Dann leckt der Blogger Blut oder verkauft an einen SEO gleich ein ganzes Bündel Links zu Preisvergleichen, Schmuckwerkstätten und Brautmodeseiten.

Diese unbescholtenen Bürger, denen einfach die falschen Leute über den Weg gesurft sind, werden ohne PR Balken lediglich Banner tauschen können und einfach ein besseres Erlebnis vom Web haben.

Linkkauf Portale

Linkkauf Portale sind ohne PR Anzeige ersteinmal ebenfalls am Ende. Verträge laufen dann aus, wenn die Nutzer nur noch anhand der ausgehenden Links auf einer Page und der Anzahl an insgesamt eingehenden Links abschätzen können, ob der Linkkauf der eigenen Domain einen Rankingvorteil verschafft.

Ähnlich wie die Besucherzähler (Counter) gegen Ende der 90er Jahre schossen so um 2006 erstaunlich viele sogenannte Dienstleister empor, die grafische PageRank Anzeigen zur Implementierung auf der eigenen Webseite anbieten. So kann jeder Seitenbetreiber selbst sehen, wie toll Google es findet, dass er im WWW ist. Und die Besucher sehen’s auch. Diese Anzeigegrafiken sind meistens zur Providerseite verlinkt, wodurch dieser zahlreiche eingehende Links abstaubt und selbst recht gut dasteht. Für die fällt ihr Geschäftsfeld weg.

Auch die Onlinetools, die Domaingrabbern dazu dienen die Echtheit (Validität) des Google PRs zu kontrollieren sind nutzlos, sobald Google Inc. keine Daten dazu veröffentlicht beziehungsweise es einfach keinen PageRank mehr gibt, den es zu überprüfen gilt.

Wie geht SEO ohne PageRank?

Beim Linkaufbau sucht man sich themenaffine Seiten. Es wird nicht mehr auf jeder PR 4 Seite der Webmaster angeschrieben, ob er im Footer noch Platz für einen Link hat, obwohl es eigentlich überhaupt keine thematische Relevanz gibt. Naja, vielleicht machen das doch einige, weil es ja heißt, dass jeder Backlink zählt. Aber der Reiz überall im Footer zu stehen ist wohl geringer und so werden Gegenangebote bei denen Geld fließen soll wohl eher abgeschlagen, denn ohne grünen Köder ist eine themenfremde Seite halt einfach nur irgendeine themenfremde Seite.

Man sucht also themenaffine Webprojekte oder Unterseiten und sollte zuerst prüfen ob diese von Google indexiert worden sind. Ist die Seite dem Suchmaschinenindex bekannt, könnte man die Backlinks zu dieser Einzelseite überprüfen um zu sehen woher sie kommen und um wieviele es sich handelt. Sind die Backlinks ebenfalls von themenrelevanten und gepflegten Webseiten, sieht die Sache schon einmal gut aus. Man könnte jetzt den Webmaster anschreiben und einen Linktausch vorschlagen. Zusätzlich würde ich aber schnell überlegen, was das Hauptkey der Page ist und prüfen wo die Seite in Google gelistet ist. Je nach Listung in den Suchmaschinen SERPs wird man nämlich ein entsprechend hohes Gegenangebot für die gegenseitige, faire Verlinkung zum Linkaufbau machen müssen. Darauf sollte man vor der Anfrage vorbereitet sein, damit der Tauschversuch keine Zeitverschwendung ist, weil man den Wünschen des Seitenbetreibers eh nicht gerecht werden kann.

Linkkaufportale werden ihr Portfolio wohl anhand der eingehenden und ausgehenden Links bewerten, anhand des Besucherstroms (Traffic) und der Pageimpressions (Seitenaufrufe). Vielleicht machen sich gute Portale auch die Mühe bei der Registrierung einer Tauschdomain 3 Keywords vom Besitzer zu erfragen und die Rankings für diese zu überprüfen.

Überhaupt wird Ranking für die Seitenbewertung wieder attraktiver. Heute ist es ja so, dass kaum jemand darauf achtet, wo die Partnerseite platziert ist und wieviele Besucher sie hat.

Vorteile für das World Wide Web

Wenn der PageRank wirklich abgeschafft wird, profitiert meiner Meinung nach das ganze webseitenbasierte Internet davon. Zahlreiche unpassende Footerlinkfriedhöfe und Blogrolls werden verschwinden. Denn wie oben schon gesagt vermute ich stark abfallendes Interesse an unrelevanten Linkplätzen die man im Moment allein wegen des PageRanks bucht oder austauscht.

Eigene Projekte wird man wohl weiterhin auf den eigenen Seiten verlinken um ihnen einen kleinen Schubs zu geben.

Spielereien wie PageRank Spiegelung (Forging, Mirroring) sind dann uninteressant. Unseriöse Linkbuildingangebote reduzieren sich hoffentlich auf ein Nichts. Auch ebay Auktionen mit PR Domains und Verkaufsoffensiven in einschlägigen Foren ebben ab, sobald Google den PR einstampft.

Die Webkataloge, die nur Webseiten mit einem bestimmten Page Rank aufnehmen oder bei ihren Einträgen einen Balken mit entsprechender Info anzeigen sind dann auch etwas leichter zu benutzen.

Außerdem endet dann auch der Schwanzvergleich zwischen unerfahrenen Webmastern großer Konzerne, die von SEO keinen Plan haben aber nur mit „gleichwertigen“ Partnern Online Kooperationen umzusetzen gedenken. Content ist King und das Ranking in Suchmaschinen die einzige Grundlage für gerechtfertigte Leistungsbewertung. Wenn Du also über eine Suchmaschine zu diesem Artikel gefunden hast, wird meine Seite wohl bei Google als relevant zu Deinem Suchbegriff eingestuft worden sein, Vertrauen genießen und intern einen anständig hohen PageRank haben. Auch wenn der grüne Balken für immer grau bleibt.

Matt Cutts geht übrigens ins Kloster, wenn der PR weg ist.

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+Benjamin Wingerter ist Inhouse-SEO und Affiliate seit 2008. Er hat zwei Steckenpferde: Conversion Rate Optimierung und Suchmaschinenoptimierung. Seit 2011 spricht er auf Fachkonferenzen, wie der SEO Campixx.

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