Web 2.0

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Das neue World Wide Web schimpft sich ja nicht mehr einfach nur WWW oder web, sondern web 2.0 (sprich: web zwei null). Hat das jetzt etwas mit modernem Webdesign zu tun oder was ist das Web 2.0? Diese Frage will ich in der folgenden wiki ausführlich klären.

Web 2.0

Web 2.0 hat nichts mit modernem Webdesign zu tun. Zwar sind neue web 2.0 Projekte oftmals ähnlich gestaltet und aufgebaut, wie erfolgreiche Projekte. Aber in der Definition hat Optik keinen oder kaum Platz.

Web 2.0 Definition

Der Begriff Web 2.0 bezeichnet die aktuelle Form des World Wide Webs. Wie bei Software (= Computerprogramme) üblich, werden Neuerscheinungen mit aufsteigenden Versionsnummern gekennzeichnet um ihre Aktualität darzustellen.

Natürlich ist das WWW nicht neu erfunden worden und bedient sich nach wie vor der gleichen Protokolle, wie eh und je. Der Unterschied liegt im Informationsfluss. Das „neue“ World Wide Web besteht zu immer mehr Teilen aus Inhalten die von mehreren Menschen frei und unentgeltlich zusammengetragen worden sind. (= User Generated Content)

User Generated Content

Unter User Generated Content versteht man Inhalte, die von Nutzern erstellt worden sind. Das können Inhalte unterschiedlichster Medien sein, wie zum Beispiel Fotografien auf Flickr, gemalte Bilder auf DeviantArt, Videofilme auf Vimeo und natürlich Webtagebücher, sogenannte Blogs.

Im World Wide Web war der Informationsfluss früher linear. Webseiten waren die Quelle aller Information und die Nutzer waren Empfänger.

Die Webseiten waren rein zur Information über Firmen oder Produkte gedacht. Später kamen private „Homepages“ hinzu. Doch auch dort gab es meistens nur Text und Bilder die man als Besucher der Website ansehen konnte. Eine Interaktion konnte erst dank der oben schon erwähnten Gästebüchern und Foren stattfinden. Der Dialog mit dem Seitenbetreiber, aber auch mit anderen Nutzern wurde plötzlich möglich.

Das Internet heute besteht auch aus Inhalten die Nutzer erstellt und online veröffentlicht haben. Dieser User Generated Content des sogenannten Web 2.0 wird zwar auch auf Webseiten für Dritte abrufbar zur Verfügung gestellt, ist aber nicht zwingend statisch. Er kann, wie ich später erklären werde, weiterverwendet und sogar verändert und damit weiterentwickelt werden. Der Informationsfluss im Internet hat sich geändert.

Nutzung des Webs

Wir nutzen das WWW heute zunehmend…

  • ..um unsere Meinung zu sagen
    (Bewertungsportale, Blogs, YouTube Channels, Podcasts)
  • ..um uns zu profilieren und unsere Werke/Leistungen darzustellen
    (Soz. Netzwerke, Website oder Blog, YouTube Channels, Flickr, deviantART)
  • ..um sozial oder politisch aktiv zu sein
    (Gruppen in soz. Netzwerken, ePetitionen, netzwirken.de, betterplace.org)
  • ..um Wissen zu teilen und gemeinsam etwas entstehen zu lassen
    (Wikipedia, Fachblog, smava.de, GNU Gernal Public Licence, Frage-/Wissens-Portale)

Manche der Portal-Formen im Web 2.0 sind Mischformen. Sie können zum Beispiel gleichzeitig ein soziales Netzwerk sein in dem man sich profiliert und Kontakte pflegt, aber auch ein Blog zur Meinungsbildung enthalten und politisch ausgerichtet sein.

Soziale Netzwerke

Ein soziales Netzwerk (Social Network) ist heutzutage jede Community in der man Freundeslisten anlegen und verwalten kann. Qualität und Aktivität dieser Social Networks unterscheiden sich natürlich genauso, wie sich auch Vereine auf der ganzen Welt in ihrer Größe und Aktivität unterscheiden.

Beispiele sind das Business Netzwerk XING, die Studenten Communty StudiVZ und regelrecht berühmt gewordene Social Media Portale wie Facebook und MySpace. Diese Internetangebote sind meistens kostenlos und ermöglichen das ausfüllen eines Fragebogens um mit den Antworten ein online abrufbares Profil von sich zu erstellen. Interessenten können so auf einen Blick Informationen zu Menschen einsehen, diese als Kontakte auf einen Merkzettel notieren um von überall über das Internet Kontakt aufnehmen zu können. Auch das beinhaltet der Begriff web 2.0.

Durch Gästebücher, kleine Webtagebücher (Blogs) und Forendiskussionen ist es möglich, sich selbst noch weiter darzustellen, die eigene Meinung zu verbreiten aber auch sich einfach zu unterhalten.

Zur Verdeutlichung zwei Statistik Daten: Bei YouTube wurden im Juni 2009 20 Stunden neues Material pro Minute hochgeladen. Die Unique Visits bei twitter (= eindeutig einmal vorbeikommenden Besucher) stiegen zwischen 2008 und 2009 von 475.000 auf 7 Millionen in einem Jahr.

Laut der Internet Statistik Vereinigung Alexa.com sind die meist besuchten Webseiten weltweit (ohne Suchmaschinen) folgende Web 2.0 Portale:

  1. Facebook
  2. Youtube
  3. Wikipedia
  4. Blogger.com
  5. MySpace
  6. Twitter
  7. RapidShare
  8. WordPress.com

Das zeigt deutlich, dass reine Informationsseiten nicht mithalten können, mit dem Web 2.0.

Creative Commons Lizenz

Creative Commons - some rights reserved Creative Commons (CC) ist eine Lizenz für digitale Inhalte. Unter dieser Lizenz veröffentlichte Inhalte wurden vom Ersteller für die Wiederverwendung zu bestimmten Bedingungen veröffentlicht.

Es kann zum Beispiel sein, dass jemand ein Foto für die Weiterverwendung und Bearbeitung (Veränderung) frei gibt, unter der Bedinung, dass er als Quelle genannt wird. Die Inhalte dieses SEO Blogs, sofern ich die Rechte daran habe, habe ich übrigens auch unter eine Creative Commons Lizenz freigegeben. Du darfst meine Texte und Bilder zitieren und weiterverarbeiten, musst aber meinen Namen nennen und Deine Inhalte unter der gleichen Lizenz veröffentlichen. Außerdem untersage ich einer gewerblichen Nutzung meiner erstellten Inhalte! (Foto an der Seite von TilarX)

Es gibt einige gute Gründe für Creative Commons. Warum geben Menschen ihre selbsterstellten Inhalte zur weiteren Nutzung frei?

  • Steigerung der Verbreitung eigener Werke
  • Besonderes Interesse an Bearbeitung / Weiterentwicklung
  • Beitrag zur Verbesserung und Vermehrung des Materialpools
  • Abgabe eines Statements

Man sieht sofort, dass diese neue Lizenzmöglichkeit im Web 2.0 sehr wichtig ist und auch gerne genutzt wird. Yahoo! und Google haben zum Beispiel Suchfilter in der Bildersuche integriert, mit dem man Bilder anzeigen lassen kann, die unter bestimmten Lizenzen der Creative Commons laufen.

Hier können allgemein Inhalte mit CC Lizenz gesucht werden. Und hier erstellt man mit wenigen Klicks unkompliziert einen eigenen CC-Lizenz Hinweis, wie ich ihn hier im Footer ebenfalls habe.

Das Web 2.0 ermöglicht uns also selbst Inhalte online verfügbar zu machen und die Inhalte anderer umzugestalten, weiterzuentwickeln um damit wieder neue eigene Werke entstehen zu lassen. Das ist das Web 2.0. Für alle die gespannt darauf warten möchte ich hier noch einen kleinen Ausblick auf das Web 3.0 geben. Dazu bediene ich mich eines Comics von Geek & Poke.

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+Benjamin Wingerter ist Inhouse-SEO und Affiliate seit 2008. Er hat zwei Steckenpferde: Conversion Rate Optimierung und Suchmaschinenoptimierung. Seit 2011 spricht er auf Fachkonferenzen, wie der SEO Campixx.

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