Wie Social Media Optimization (SMO) nicht funktioniert

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Im Web2.0 zählt die Stimme des Users. Der Dialog und die Weiterverarbeitung von Informationen sind alltäglich.

Der Umgang mit Social Media kann riesige Gewinne einfahren aber birgt eine ganze Menge Gefahren. Zum Glück haben Fachleute seit 2005 essentielle DO!s und DONT!s zusammengetragen, an die man sich unbedingt halten muss.

Wie Social Media Optimization (SMO) nicht funktioniert

Den User austricksen funktioniert nicht. Im web2.0 beobachtet jeder jeden und es entwickeln sich schnell Schwarmintelligenzen. Betrugsversuche werden mit Sicherheit aufgedeckt und rasend schnell im Netz bekannt gemacht.

Kritik ignorieren funktioniert nicht. Wer öffentliche Fragen nicht beantwortet oder gar aus dem Blog löscht, weil sie unerwünschte Inhalte haben, der wird damit nicht nur den einzelnen Fragesteller verärgern, sondern alle die davon Wind bekommen.

Plumpes Direktmarketing funktioniert nicht. Wer twitter für einseitiges Anpreisen der eigenen Angebote nutzt, wird keine echten Zuhörer behalten können.

Den Usern freie Hand lassen funktioniert nicht. Wer seine Frima in Social Media Portalen nicht selbst präsentiert, der gibt unzufriedenen Nutzern und der Konkurrenz die Chance „ihre Meinung“ als einzig vorhandene einzureichen. Wenn die ersten Inhalte aber von der eigenen Firma gestellt werden, ist der erste Eindruck durch kontrollierte Publikation gerettet.

Die rosa Brille tragen funktioniert nicht. Man darf nie 100% positives Feedback erwarten. Ein geschulter Mitarbeiter soll sich öffentlich um heikle Fragen und Kritik jeder Art zeitnah kümmern.

Von oben herab reden funktioniert nicht. Im web2.0 sagt man schneller „Du“ als im echten Leben, aber das heißt nicht, dass man auf höflichkeit und Respekt verzichten darf.

Auf umfangreiches Controlling zu verzichten funktioniert nicht. Wer nicht alle wichtigen Kanäle der öffentlichen Meinung monitort übersieht die vielen positiven Kommentare, die man gebündelt zur Eigenwerbung als Testimonial nutzen könnte. Obendrein bemerkt man eventuell nicht den Schlag ins eigene Genick.

Einheitsbrei und Kopien funktionieren nicht. Zwar locken auch die jährlichen Bilanz Statistiken ein paar User auf die Seite, aber wer nicht auch richtige Unterhaltung und Neues zeigen kann, wird kaum bis gar nicht diskutiert.

Erfolgreiche SMO Strategien kopieren funktioniert nicht. Man muss immer etwas „Eigenes“ daraus machen. Eine Strategie ist nämlich auf ein Unternehmen zugeschnitten und spielt bestenfalls mit ihrem Image in der Zielgruppe, spricht u.a. auf Insiderwissen an. Deshalb müssen Kopien ans eigene Unternehmen angepasst sein, am besten auch noch um Neues erweitert.

Einfach loslegen funktioniert nicht. Dafür ist das Socila Media Ding schon zu groß und zu weit. Wer jetzt noch einsteigen will, der sollte ein paar Tage Pläne schmieden, mit so vielen motivierten Köpfen wie möglich. Werfen Sie unbedingt einen Blick auf Firmen, in Webcommunities stark vertreten sind und fragen Sie auch junge Menschen nach ihrer Meinung.

Pause machen funktioniert nicht. Wer mit einem Twitteraccount, einem YouTube Channel und einem Firmenblog beginnt, der kann nicht plötzlich aufhören, dort aktiv zu sein. Lange Pausen zwischen neuem Output lassen die öffentlichen Accounts einsam und ungepflegt wie Geisterstädte im Wilden Westen wirken.

Ich hoffe damit ist einiges klar geworden und Ihr habt ein besseres Verständnis dafür, dass Social Media Optimization nicht einfach nur das wiederholte Bookmarken der eigenen Webseite bei Mr. Wong und Co. ist. Für Social Media Optimization bedarf es bei großen Firmen, über die bereits im Web gesprochen wird, sogar einer eigenen kleinen Abteilung mit zwei Mann oder mehr!

Wichtig ist vor allem die Zusammenarbeit aller produktiven Abteilungen im Unternehmen. Wenn die Planung ein neues Vorhaben angeht, könnte im Firmenblog darüber berichtet werden. Sind in der Werbung neue Spots fertig geworden, sollten die bei YouTube und anderen Videoportalen hochgeladen und promoted werden. In Zusammenarbeit mit dem Product Management sollten Twitternachrichten nach dem eigenen Brand und vielleicht den Produkten gefiltert gemonitored werden. So kann man Zeitnah auf Fragen, die Privatpersonen an die große Twitter-Community stellen, von der Firma selbst beantwortet werden. Dabei gewinnt man meistens gleich mehrere Kunden und wirkt unbeschreiblich modern und ehrlich.

Wenn Du jetzt über Deine Firmenstruktur nachdenkst, fallen Dir noch weitere Möglichkeiten ein, wie jeder irgendwie dazu beitragen kann, Eure Firma losgelöst von der eigenen Webseite zu promoten. Behaltet im Gedächtnis, dass Ihr die Ressourcen, die schon vorhanden sind, auch weiter optimieren könnt. Dazu schreibe ich mehr in einem neuen Blogbeitrag über vorhandene Awareness und Optimierung bestehender Social Media Ressourcen. Jetzt erst einmal danke für die Aufmerksamkeit! :)

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+Benjamin Wingerter ist Inhouse-SEO und Affiliate seit 2008. Er hat zwei Steckenpferde: Conversion Rate Optimierung und Suchmaschinenoptimierung. Seit 2011 spricht er auf Fachkonferenzen, wie der SEO Campixx.

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