Wie war Dein SEO Anfang?

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Wenn ein Webmaster mit „Suchmaschinenoptimierung für die Homepage“ liebäugelt, könnte er zu SEO Lektüre greifen und sich aktuelle SEO Blog Feeds abonnieren. Es gäbe auch SEO Schulungen auf denen in Tageskursen intensiv Fachwissen vermittelt wird. Besucht er SEO Stammtische und wird in der Runde als relativ unbedarfter Mithörer zugelassen, könnte der Hobby SEO nützliche Kontakte knüpfen um diesen hin und wieder kleine Fragen zu stellen. Es gibt zahlreiche eBooks und genauso viele SEO Foren in denen diskutiert und hier und da ein Fetzen Fakt fallen gelassen wird.

Aber wie haben Suchmaschinenoptimiererinnen und Suchmaschinenoptimierer in den letzten Jahren mit ihrer Arbeit begonnen, als es das alles nicht gab oder es nicht leicht zugänglich gewesen ist?

Wie war Dein SEO Anfang?

Julian Dziki vom SEO München Blog www.seokratie.de

Ich habe damals für meine Schwester ein T-Shirt bei Spreadshirt bestellt. In der Bestätigungsmail stand dann „Eröffne deinen eigenen T-Shirt Shop und verdiene Geld im Internet“. Gesagt, getan und nach der Eröffnung meines Shops war leider nicht viel los.
In der nächsten Zeit schaltete ich Adwords, was leider überhaupt nicht rentabel war. Irgendwann fiel dann im Spreadshirt Forum das Wort „SEO“, zusammen mit einem Link zum Abakus Forum. Nach kurzer Zeit hatte ich mehr Besucher über Google (organic) als vorher über Adwords und die Shirt-Geschäfte liefen prima. Also baute ich weitere Shops und auch normale Webseiten. So ging es bei mir mit SEO los – eben relativ spät im Jahr 2007.

Sepita von Catbird Seat Suchmaschinenoptimierung

Das war vor 5 Jahren bei einem großen Automobilhersteller (nicht BMW :)) – ich war selber der größte Google Fan und hab unsere Marken und Modelle selten an 1 gefunden – zum Teil gar nicht. Daraufhin hab ich mit meiner Agentur Content aus Fahrzeug-Broschüren PDFs rausgezogen…und die in die Meta Tags geklatscht + als Hidden Text eingepflegt. Hat wunderbar funktioniert…nichtsdestotrotz wäre es wohl auch einfacher gegangen! Danach war ich sofort fasziniert von SEO und wollte es dann unbedingt selber lernen!

Astrid Staats

Ich kam im Februar 2008 zum ersten Mal mit SEO in Kontakt, als ich mich bei GelbeSeiten im Saarland für die Stelle als Leiterin Performance Marketing bewarb. Zumindest dachte ich das. Dass ich den Job bekam, überraschte mich schon extrem, dass ich dann feststellen musste, dass ich mich bereits seit Jahren mit SEO beschäftige, überraschte mich allerdings noch mehr.

Ich habe Informationswissenschaft studiert. Schwerpunkte meines Studiums waren Usability, Accessibility, Information Retrieval, Webpublishing (HTML, CSS, PHP) und Suchmaschinen im Allgemeinen, also Vorgehen, Geschäftsmodelle etc. Inhalte waren zum Beispiel das Proactive Webdesign, nichts anderes als ein nerdy Ausdruck für SEO. Meine Abschlussklausur beschäftigte sich mit dem Thema „Universal Webdesign“, was bedeutet, Websites barrierefrei zu gestalten. Wobei Barrierefreiheit hier heißt, dass nicht nur Accessibilityaspekte berücksichtigt werden, sondern auch Usabilityaspekte, da Usabilitymängel ebenfalls als Barrieren verstanden werden müssen. Und jeder SEO weiß: wenn meine Website barrierefrei in diesem Sinne gestaltet ist, rankt sie besser. Google liebt das W3C und die WAI!

Ich lernte also, wie Suchmaschinen Informationen aggregieren, Relevanz identifizieren, wie Webangebote für User und Retrievalsysteme aufbereitet werden müssen und wie ich selbst Websites erstellen kann. Und genau das habe ich geliebt! Ich weiß nicht mehr, wieviel Websites ich erstellt habe – natürlich noch per Hand, mit HTML und Server Side Includes :). Endlich hatte ich Gelegenheit, Design und Journalismus sinnbringend zu verbinden (als Backgroundinfo: eigentlich wollte ich freie Kunst studieren, und Webdesign war der erste Ausweg aus der unvermeidlichen Brotlosigkeit. Der Job als Online-Redakteur beim Radio war ein weiterer Schritt in diese Richtung). In meiner Selbstständigkeit als Webdesignerin bei der Infoceed habe ich Websites suchmaschinenfreundlich erstellt, ohne wirklich zu wissen, dass sie suchmaschinenfreundlich sind. Ich wußte nur: der Aufbau muss logisch und klar sein, ich muss wichtige Bereiche der Website zugänglich aufbereiten und prominent verlinken, die Architektur muss leicht verständlich sein und der Quelltext muss valide sein.

Doch das alles lief eben nicht unter dem Label „SEO“. Das kam erst durch den Job bei GelbeSeiten. Der Einstieg war hier klassisch: lesen, lesen, lesen. Vorallem natürlich SEO-Blogs. Und irgendwann dachte ich, ich mache selbst einen Blog. Weil: lesen muss ich das eh alles, und ich kann es mir besser behalten, wenn ich selbst Artikel über das Thema schreibe. So entstand Nerd in Skirt und damit war eigentlich erst die Tür zu SEO und der ausgesprochen spaßigen SEO-Szene aufgestoßen.

Die ersten zwei Konferenzen waren die SMX in München und die Affiliate Tactixx. Hier durfte ich Marcus Tandler zum ersten Mal in Aktion erleben – was für mich übrigens eine willkommene Ablenkung zum Schlipsträger-Bullshitbingo war – und konnte mir schnell einen Überblick über die wichtigsten Personen, Meinungen und Trends im Bereich SEO und SEM verschaffen. Das SEOktoberfest tat dann sein Übriges. Nach diesem Event war ich endgültig im SEO angekommen und dort häng ich jetzt auch fest. Weil’s einfach geil ist!

Dennis vom SEO-Handbuch

Meine ersten Schritte in Sachen SEO haben ich 1999 beim Start meiner Ausbildung zum Werbekaufmann gemacht. So wurde mir am ersten Tag der Ausbildung die Verantwortung für alle bestehenden Websites, welche primär aus Frames bestanden („Yeah!“), übertragen und ich war dann neben der Aktualisierung und Pflege auch für die „Suchmaschinenoptimierung“ der Websites verantwortlich. Dies wurde dann neben dem üblichen Tagesgeschäft erledigt. SEO beschränkte sich zu der Zeit noch primär auf die Meta-Tag-Optimierung, Anmeldung bei dutzenden Webkatalogen und Suchmaschinen wie Altavista, Fireball, Lycos, Yahoo, etc. (Google gabs damals noch garnicht) sowie die Optimierung des Contents. Aus heutiger Sicht unglaublich, daß man damit überhaupt einen Blumentopf gewinnen konnte, aber damals war man mit den e.g. wenigen Mitteln durchaus erfolgreich. Sogar mit Frame-Websites 😀

Update: Martin Missfeldt, Künstler und berüchtigter Welttoilettentag-Doodle-Maler (Euer LT Wunsch sei mir Befehl)

Ich als alter, aber ambitionierte Künstler habe mir so ungefähr im Jahr 2005 eine eigene Künstler-Homepage aufgebaut. Die dümpelte mit 30-50 Besuchern am Tag vor sich hin. Im Grunde habe ich die Seite jahrelang unbearbeit gelassen und mich nicht weiter dafür interessiert. Nur ab und zu ein paar neue (und alte) Bilder eingescannt und eingebaut.

Irgendwann so Ende 2007 bekam ich dann mehrere Anfragen, wo mich Leute über die Homepage „entdeckt“ hatten. Der traffic stieg plötzlich rapide an, denn aus irgendeinem Grund war „meine Mona-Lisa“ auf die erste Seite der Bildersuche gelangt. Zeitgleich kletterten noch ein paar weitere Bilder nach oben. Und da das dann plötzlich mehr als zehn mal so viel Besucher pro Tag waren, begann mich die Sache zu interessieren.

Ich habe dann ein wenig bei Sistrix über onpage-Faktoren gelesen und meine Seiten entsprechend modifiziert. Und was soll ich sagen: nach wenigen Wochen hatte ich erneut die Besucherzahlen verdoppelt. Na, und dann im Sommer 2008 dachte ich mir: mach mal ein paar Tests – wie funktioniert das mit der Bildersuche überhaupt. Im Januar 2009 habe ich den tagSeoBlog gestartet. Und seitdem lese und lerne ich in vielen anderen Blogs.
Demnächst werde ich mal darüber nachdenken, ob neben Ruhm bzw. Bekanntheit auch noch Geld damit zu verdienen ist…

Update #2: Johannes The SEO Toolbox Beus, ewiger Idealo Praktikant

Das war bei mir eigentlich eher Zufall. Bereits sehr früh habe ich mich mit HTML beschäftigt, irgendwann kamen dann auch Scriptsprachen hinzu und um das Gelernte umzusetzen, habe ich einige Projekte online gestellt. Eines davon war ein Regionalportal mit Informationen zu Städten Deutschlands. Dann bin ich durch Zufall über Affili.net gestolpert, habe gesehen, dass ImmobilienScout24 Besucher mit regionalem Fokus sucht und einen Link auf Verdacht eingebunden. Kurz später hat mich Ron Hillmann, damals verantwortlich für diesen Bereich angerufen und wir haben uns zum Abendessen verabredet. Zu dem Treffen kam noch Martin Sinner von Idealo.de dazu und kurze Zeit später saß ich auch schon bei Idealo im Büro. Seit dem verbringe ich meine Tage damit, die Praktikantentätigkeit in wechselnder Position bestmöglich auszufüllen.

Vielleicht folgen noch Anekdoten, denn ein paar der SEO Experten Deutschlands haben es zeitlich noch nicht vor meinem GoLive geschafft. Habt Ihr fantastischen Vier aber schonmal vielen vielen Dank für Eure persönlichen Antworten! Ich wünsche Euch viel Erfolg und vor allem Spaß beim Googleschrauben!!! (3 Ausrufezeichen)

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+Benjamin Wingerter ist Inhouse-SEO und Affiliate seit 2008. Er hat zwei Steckenpferde: Conversion Rate Optimierung und Suchmaschinenoptimierung. Seit 2011 spricht er auf Fachkonferenzen, wie der SEO Campixx.

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