Linktausch Siloing: reziproke Verlinkung lohnt mehr von abgeteilten Bereichen

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Nun schaffe ich es hoffentlich schnell einen sinnvollen SEO relevanten Beitrag über Linktausch zu schreiben; kurz aber knackig. Und zwar möchte ich ein Beispiel für Linktausch geben, wie er auch zwischen zwei Seiten (reziprok) noch ordentlich Juice bringen kann.

Das Stichwort ist Siloing, eine PageRank Sculpting Methode, also ein Weg internes Linkbuilding mit nofollow auszuschöpfen.

Thematisches Siloing als Onpage Optimierung

Bei einem Linktausch zwischen zwei Webseiten sollten die Seiten natürlich themenrelevant sein und sich in der dritten Stelle der IP-Adresse unterscheiden. Suchmaschinen halten diese Links dann a) für relevant zueinander und b) nicht von einem gewieften Webmaster durch zwei eigene Projekte erarbeitet. Dadurch gelten die Links tatsächlich als Empfehlung und eine solche vermittelt den Suchmaschinen dass die angelinkten Seiten auch wirklich gut sind und für suchende Personen einen Mehrwert bieten.

Optimaler Linktausch mit unterschiedlichen IP-Adressen

Bestenfalls ist also eine Verlinkung über Kreuz, das heißt, von Seite A zu Seite B und von Seite C zu Seite D am optimalsten. Zieht man den Kreis enger, wäre auch noch akzeptabel, wenn Seite A zu Seite B verlinkt und dafür Seite C wieder zurück zu Seite A. Diese kleinen Linknetze sind allerdings sofort als solche erkennbar und wenn dann die IP-Adressen der Server einigermaßen identisch sind, werden die Links weniger stark gewertet, als es ansonsten der Fall wäre. Das ist schade und darum hier mein Schaubild zur Anleitung.

Das Schaubild zeigt drei Domains von Webmaster A und drei von Webmaster B die in unterschiedlicher Qualität zueinander verlinken. Zu beachten ist, dass Webmaster B zwei Domains auf dem gleichen Server betreibt die deshalb auch absolut gleiche IP-Adressen zugeteilt bekommen haben. Für mein Beispiel sind alle Domains beider Webmaster perfekt themenrelevant zueinander.

Die Optimalste Verlinkung ist durch den grellgrünen Pfeil dargestellt.  Hier ist eine Absprache, also ein geplanter Linktausch (oder Kauf) nicht erkennbar.

Das Beispiel mit den blauen Links ist die zweitbeste Möglichkeit die eigenen Webprojekte mit Links gegenseitig zu stärken. Dass eine Suchmaschine einen Zusammenhang zwischen den beiden beteiligten Seiten von Webmaster B erkennt, ist zwar unwahrscheinlich, aber durch andere von ihm getätigten Linktauschaktionen durchaus möglich!

Orang markierte Pfeile zeigen im Beispiel eine eher ungünstige Verlinkung. Zwar sind es hier verschiedene Domains des Webmaster B, aber sie liegen auf dem selben Server und sind durch ihre gemeinsame IP-Adresse dadurch sofort als gemeinsam verwaltete Projekte erkennbar. Hier vermuten Suchmaschinen einen geplanten Linktausch wodurch die Links nicht mehr als freiwillige Empfehlung betrachtet und leicht oder stark abgewertet werden.

Schlaue Füchse haben gleich erkannt, dass die roten Pfeile die schlechteste Variante darstellen, wie zwei Webmaster ihre themenrelevanten Seiten verlinken. Nur wenn es sich um zwei wirkliche Trustseiten handelt und sie ansonsten gut verlinkt sind, funktioniert diese direkte Verlinkung als Qualitätssteigerung.

Direkte Verlinkung zweier Seiten lohnt trotzdem

Durch einen Beitrag bei der SEOcampixx 2009 von Florian Stelzner über PageRank Sculpting innerhalb einer Webseite ist mir die folgende Idee gekommen.
(Beitrag seocampixx-pagerank-sculpting-florian-stelzner.pdf downloaden, oder direkt in Florians Blog)

Unter Siloing versteht man das Einrichten eines abgetrennten Bereiches auf der Webseite, also einen Verbund von Inner Sites mit gleichem Thema, die untereinander verlinkt sind, aber in keiner Richtung mit der Domain Homepage verknüpft sind. Ein Silo entsteht dadurch, das man vereinfacht gesagt als Webseite in der Webseite ansehen könnte.

Möchten nun Webmaster A und Webmaster B ihre beiden einzigen Webseiten gegenseitig verlinken, so wäre es sinnvoll, wenn sie die Links von solchen Silos ausgehen aber nicht auf die jeweils anderen Silos zeigen lassen.

Das Bild macht es hoffentlich deutlich:

Die Themenbereiche unter Ebene 2 sind durch Siloing nahezu abgekoppelt von den eigentlichen Webseiten und deren Inhalten, da sie mit mit der Homepage nicht verknüpft sind. Es ist hier sehr wichtig, dass solche abgeschotteten Tehmenbereiche sehr stark von außerhalb verlinkt sind, damit sie überhaupt eine eigene kleine Authority werden können und gute Pagerank Zahlen bekommen.

Im Beispiel verlinken also Seiten aus dem Websitesilos auf die Startseiten der jeweils anderen Domain. Natürlich kann man auch aus den Themenbereichen heraus auf Unterseiten der anderen Domain verlinken.

Die Qualität der Links ist wesentlich höher als bei einer reziproken Verlinkung zwischen zwei Domains von deren „normalen“ Unterseiten.

Ich hoffe, damit ist Webmastern geholfen und der Linktausch bringt etwas mehr, ohne dass man mehrere Hostingpakete mietet um an eine möglichst große Vielfalt von IP-Adressen zu gelangen.

Wenn Ihr Ideen oder Fragen habt.. unten ist ein Kommentarfeld 😉


+Benjamin Wingerter ist Inhouse-SEO und Affiliate seit 2008. Er hat zwei Steckenpferde: Conversion Rate Optimierung und Suchmaschinenoptimierung. Seit 2011 spricht er auf Fachkonferenzen, wie der SEO Campixx.

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10 Responses to “Linktausch Siloing: reziproke Verlinkung lohnt mehr von abgeteilten Bereichen”

  1. eFice

    17. Sep 2009

    Oft unterscheiden sich einzelne Domains die bei einem Provider gehostet werden ja lediglich durch die x.x.x.y vierte Stelle (hier y).

    Ob das für eine positive Bewertung durch Suchmaschinen schon reicht?

    Es werden so oft auch nur 2-4 Links pro Tag zum Aufbau empfohlen. Mich würde interessieren wer sich diese Zahl mal ausgedacht hat. Jede Seite ist doch anders.

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  2. Biggi

    04. Jun 2009

    Ob der Aufwand den Mehrwert (falls vorhanden) überhaupt rechtfertigt?

    Wenn ich zwei Webseiten miteinander verbinde, dann, weils dem Nutzer was bringt. Weils einfach suuuuuper gut passt. Ansonsten kann man doch auch soooo schön über drei Ecken tauschen.

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  3. Seouxindianer

    05. Apr 2009

    Vermutlich ist es zu aufwändig auch das noch zu prüfen. Was die Rechenleistung in einigen Jahren zulässt weiß ich nicht, aber alle für alle Verlinkungen die gesetzt werden auch die whois-Daten abzufragen, steht für mich in keinem Verhältnis. Wenn Du trotzdem Bedenken hast, lass Deine Seiten kostenpflichtig von dritten registrieren. Identity Guards oder WhoisGuards heißen entsprechende Dienste zum Beispiel.

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  4. Christian Schlender

    05. Apr 2009

    Reicht denn wirklich nur eine andere IP? Ich meine Google hat auch Zugriff auf den Domaininhaber / admin-c, womit man auch andere Eigentümer neben anderen IPs bräuchte, hmm.

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  5. Seouxindianer

    30. Mrz 2009

    @Der Nette SEO: So kleine Linktausch Silos sind schnell gemacht. Der Content braucht nicht weltbewegend gut zu sein und da sie in ihrer Eigenschaft als Silos auch nur Schwach innerhalb des Gesamtkonzepts verlinkt sind, verirren sich User nur äußerst selten dorthin.

    @David und Hinterfragt: leider habe ich nur ein Projekt mit einem passablen Silo. Wenn Du bereits eine „erwachsen gewordene“ Möglichkeit hast, schreib mich doch einmal an, damit wir uns ein bisschen damit spielen können. Mein Thema ist leider etwas spezieller ^^ denn es geht um Afrika und Altpapier.

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  6. Hinterfragt

    30. Mrz 2009

    Gibt es für deine Theorien einen aussagekräftigen Test? 

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  7. David

    30. Mrz 2009

    Habt ihr mal mit neutralen Seiten getestet, ob das Siloing besser funktioniert, als ganz normale Verlinkungen zwischen thematisch relevanten  normalen Unterseiten?

    Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass es für Google einen Unterschied macht, ob der „Silo“ von der Startseite verlinkt ist, oder nicht… Entweder derBereich  rankt zusammen mit der Domain, oder nicht…

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  8. der-nette-seo

    30. Mrz 2009

    Was, du erstellst direkt UNterseiten, welchen nur für den Linktausch gedacht sind? Also wer macht den sowas 😉 Aber hast recht, wenn man es gleich bei der Projektplanung mit einbaut, dann ist es ein leichtes. Selbst bei kleineren Sites / Blogs dürfte es noch zu Handeln gehen.

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  9. der-nette-seo

    26. Mrz 2009

    Also die Überlegung an sich find ich gut und wird wohl bei einigen Webseiten auch schon so eingesetzt. Mir persönlich wäre es aber zuviel Aufwand bei jeder Domain quasi zwei Webseiten optimieren zu müssen. Da gibt es dann glaub ich doch genug IPs für alle Projekte 😉

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    • Seouxindianer

      26. Mrz 2009

      Wenn man um diese Möglichkeit der Linkjuice Steigerung weiß, kann man derartige Silos für neue Webseiten schon vor dem Arbeitsbeginn mit einplanen. Ich finde sowieso speziell für den Linktausch erstellte Unterseiten bei manchen Projekten wichtig. Natürlich hast Du völlig recht, dass es ansonsten viel zuviel Aufwand wäre. 😉

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